27.11.2015

Jury tagt zum Carl-von-Ossietzky-Preis 2016

Oldenburg. Am Donnerstag, 26. November, hat die Jurysitzung zur Vergabe des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik 2016 stattgefunden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Stadt Oldenburg wird seit 1984 jeweils alle zwei Jahre anlässlich des Todestages Carl von Ossietzkys am 4. Mai verliehen. Die Vergabe erfolgt aufgrund des Votums einer unabhängigen Jury. Neues Mitglied in der fünfköpfigen Jury ist der Berliner Soziologe Prof. Dr. Dieter Rucht. Ausgezeichnet werden Personen, einzelne Arbeiten oder Gesamtwerke, die sich mit Leben und Werk Ossietzkys oder mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen. Der Preis kann auch für Arbeiten oder Personen zuerkannt werden, die sich im Geiste Carl von Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland oder mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen. Im vergangenen Jahr wurde der Preis an die russische Wissenschaftlerin Dr. Irina Scherbakowa verliehen.

„Die Nominierten auf unserer Vorschlagsliste sind in sehr unterschiedlichen Wirkungsbereichen tätig und alle überaus preiswürdig. Nach einer intensiven, sehr spannenden Diskussion haben wir jedoch einstimmig beschließen können, wer die Auszeichnung am 3. Mai im nächsten Jahr erhalten wird“, so die Jury-Sprecherin Prof. Dr. Sabine Doering. Die Bekanntgabe wird voraussichtlich im März 2016 stattfinden.

Die fünfköpfige Jury bilden die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Doering (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), der Journalist und Autor Dr. Gunter Hofmann (DIE ZEIT, Berlin), Friedrich-Wilhelm Kramer, freier Journalist, Berater der WMP EuroCom AG und Lehrbeauftragter für Medien und Politik in Riga und Hamburg sowie der Historiker Prof. Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin. Erstmalig dabei ist Prof. Dr. Dieter Rucht.

Rucht promovierte und habilitierte sich in Politikwissenschaften. Nach Forschungs- und Lehrverpflichtungen unter anderem in München, Berlin, Paris und der Harvard University in Cambridge hatte er eine Honorarprofessur an der Freien Universität Berlin inne. Rucht leitete die Forschungsgruppen „Politische Öffentlichkeit und Mobilisierung“ und „Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa“ (Ko-Leitung) am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Im Juli 2011 wurde er emeritiert. Zu Ruchts Forschungsschwerpunkten zählen politische Soziologie, sozialer Wandel, politische Partizipation, soziale Bewegungen, Protestbewegungen, Umweltkonflikte, europäische Integration und transnationale politische Mobilisierung. Darüber hinaus ist Rucht Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac und Vorstandsvorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung.

Zu sehen sind von vorn links die drei Jury-Mitglieder Prof. Dr. Sabine Doering und  Prof. Dr. Dieter Rucht sowie in der zweiten Reihe Friedrich-Wilhelm Kramer,  daneben Oberbürgermeister Herr Krogmann, in der letzten Reihe Juror Dr. Gunter Hofmann (Juror
Foto: Stadt Oldenburg